G. L. Nagel Heilbronn — Hoflieferant Sr. Majestäts des Königs

Pianofortefabrik · Heilbronn · 1828 – 1939

Familiengeschichte

Eine Manufaktur für den Klang der Zeit.
Eine Familie, die es noch gibt.

G. L. Nagel war eine der bedeutenden württembergischen Klavierfabriken — angesiedelt in Heilbronn, beliefert von Konstantinopel bis Stuttgart, und bis 1939 tätig. Aufgebaut durch den Fleiß von Gerhard Ludwig Nagel (1829–1897), belieferte die Fabrik Höfe, Konzertsäle und Bürgerhäuser in ganz Europa. Diese Seite dokumentiert das Erbe — und verbindet es mit der Familientradition, die heute als StimmNagel in Bayern weiterlebt.

Pianofortefabrik
G. L. Nagel
Heilbronn a. N.
Kaiserlich Ottomanische Hof-Pianofortefabrik
Württembergischer Hoflieferant · seit 25. Februar 1906
Turmstraße 27 und 27a
Gegründet 1828 · Inhaber: Wilhelm & Hermann Nagel

Nachbildung nach historischen Vorlagen (1901 & 1912) · Originale bei Dieter Gocht, Klavierseiten

1828
Gründungsjahr
(Vorläuferfirma)
1862
G. L. Nagel
unter eigenem Namen
67
Jahre Produktion
1862 – 1929
Hoflieferant
Osmanisch & Württemberg

Der Weg einer Manufaktur

Geburt des Gründers

Gerhard Ludwig Nagel wird am 23. Juni 1829 in Wesel am Rhein als Sohn eines armen Hutmachers geboren. Schon früh zeigt er Begeisterung für die Klavierbaukunst.

1829
1844
Lehrjahre in Wesel

Am 8. März 1844 beginnt Nagel seine Lehre beim Klavierfabrikanten Gerhard Adam in Wesel. Nach drei Jahren bleibt er weitere vier Jahre als Geselle.

Stuttgart — Metropole des Klavierbaus

Im November 1851 tritt er bei der renommierten Firma F. Dörner in Stuttgart ein — damals das Zentrum des süddeutschen Pianofortebaues. Über sechs Jahre arbeitet er dort.

1851
1862
Gründung — G. L. Nagel, Heilbronn

Nach dem Tod Carl Uebels associiert sich Nagel im Mai 1862 mit der Witwe als Uebel & Nagel und übernimmt das Geschäft bald darauf allein. Im September heiratet er.

Weltausstellung Brüssel

G. L. Nagel präsentiert vier Pianinos auf der Weltausstellung 1888 in Brüssel — internationale Anerkennung für die Heilbronner Fertigung.

1888
1897
Tod des Gründers

Am 7. März 1897 stirbt Gerhard Ludwig Nagel. Söhne Wilhelm und Hermann führen die Fabrik weiter und treiben sie zu neuen Auszeichnungen.

Württembergischer Hoflieferant

Ab 25. Februar 1906 darf die Firma den Titel Württembergischer Hoflieferant führen — unter König Wilhelm II. Bereits zuvor ist sie Kaiserlich Ottomanische Hof-Pianofortefabrik.

1906
1906
Mailand — sieben Pianinos

Auf der Internationalen Ausstellung in Mailand beeindrucken sieben Nagel-Pianinos — eines davon in Grün. Die Fachpresse lobt den „vorteilhaftesten Eindruck".

Übernahme von C. F. Glass & Co.

Nach der Auflösung der Heilbronner Klavierfabrik C. F. Glass & Co. übernimmt G. L. Nagel 1928/29 deren Bestände und produziert fortan auch Glass-Pianos.

1928
1939
Ende der Produktion

Kriegsbedingt muss die Produktion eingestellt werden. Die Fabrik wird im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Name lebt noch: 1941 bietet G. L. Nagel Furniere und Rohmaterialien an.

· · ·
Ausbildung bei Steinway & Sons

Jan Nagel, Ururenkel des Gründers, beginnt seine Ausbildung zum Klavierbauer bei Steinway & Sons in Hamburg — einer der renommiertesten Klaviermanufakturen der Welt.

2000
2004
Gesellenbrief

Abschluss der Ausbildung nach vier Jahren in Hamburg. Das handwerkliche Fundament ist gelegt — auf den Schultern einer langen Familientradition.

Gründung StimmNagel

Jan Nagel gründet StimmNagel in Aiterhofen bei Straubing — einen auf Stimmung, Wartung und Restaurierung spezialisierten Klavierbaubetrieb in Niederbayern.

2022
2023
Klavierbaumeister · HWK München

Meisterbrief der Handwerkskammer München. Der Name Nagel steht wieder für das höchste handwerkliche Niveau im deutschen Klavierbau.

Gerhard Ludwig Nagel (1829–1897), Gründer der Klavierfabrik G. L. Nagel in Heilbronn
Gerhard Ludwig Nagel * 23. Juni 1829 in Wesel  ·  † 7. März 1897 in Heilbronn Klavierbaumeister · Gründer der Pianofortefabrik G. L. Nagel Quelle: Dieter Gocht, Klavierseiten · Gemeinfrei
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Auf einer grauen Marmorbank, die sich wirkungsvoll von dem ultramarinblauen Hintergrunde abhebt, sitzt eine klassische weibliche Gestalt in antiker Gewandung mit der Lyra im Arm. Zu ihren Füßen ruht, bezähmt von den Tönen der Leier, ein Löwe. Der cremfarbige untere Teil trägt in blauen Lettern Name und Sitz der Firma mit dem Gründungsjahr 1828 und dem türkischen Wappen.

Zeitgenössische Beschreibung · Dieter Gocht, Klavierseiten

Jan Nagel, Klavierbaumeister, StimmNagel

Die Tradition des Klavierbaus
lebt in der nächsten Generation weiter.

Jan Nagel, Klavierbaumeister · StimmNagel · Aiterhofen bei Straubing
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Quellen & weiterführende Literatur